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Der Marktplatz Vauban


Wunsch nach zentralem, traditionellem Marktplatz
Es war von Anfang an der Wunsch vieler BewohnerInnen nach einem lebendigen, großen Marktplatz im Zentrum von Vauban. Ein Marktplatz, wo sich die Menschen treffen, für Stadtteilfeste, für einen Bauernmarkt, für Flohmärkte, für Open Air und vieles andere.

Die Planung hatte anfangs den Paula-Modersohn-Platz als Zentrum Vaubans vorgesehen. Mit diesem Platz an der Peripherie, noch dazu laut und zugig, konnte sich im Quartier aber niemand als Marktplatz anfreunden. Der Alfred-Döblin-Platz dagegen sollte auf der Westseite zur Hälfte bebaut werden und nur als Mini-Platz eine Rolle spielen.
Viele Jahre blieb der Platz ein Provisorium, obwohl er intensiv genutzt wurde. Rückblickend war es ein Glücksfall, daß sich für die Vermarktung des Teil-Grundstückes kein Investor fand.

Der Platz präsentierte sich derweil häufig als Feuchtgebiet. Auch das Stadtteilzentrum, das die Stadt eigentlich abreisen wollte, stand viele Jahre unansehnlich und unrestauriert am Platz.
Lange Jahre des Protestes gegen Bebauung
Phantasievoll gegannen 2002 die Aktionen zum Protest gegen die geplante Marktplatz-Bebauung. BürgerInnen engagierten sich in einem eigenst gegründeten Arbeitskreis "Freier Marktplatz".

Weithin sichtbar auf der Fassade des Bürgerzentrums war die Forderung zum unbebauten Marktplatz zu lesen.

Gleichzeitig sammelte der Arbeitskreis "Freier Marktplatz" Unterschriften gegen die Bebauung unter den BewohnerInnen. 1100 Menschen aus Vauban unterzeichneten die Forderung, die dem Baubürgermeister im Rathaus übergeben wurde.
In einem offenen Workshop, den das Forum Vauban im Oktober 2003 veranstaltete, entwickelten BürgerInnen aus Vauban ihre Ideen zur Gestaltung des großen, freien Marktplatzes.

Stadtteilzentrum wird ausgebaut
Ende 2004 war das Bürgerzentrum mit viel Eigenleistung und mit einem Zuschuß der Stadt Freiburg renoviert und umgebaut. Der Haupteingang wurde nach Süden zum Platz hin verlegt, das Dachgeschoß samt Dach erneuert, die Fenster ausgetauscht und die Installationen neu verlegt. Ein Fahrstuhl für barrierefreien Zugang und die Laubengänge mit Treppenturm folgen noch im nächsten Bauabschnitt.

Damit verfügt nun Vauban über ein selbstverwaltetes und damit einmaliges Stadtteilzentrum, wie es sonst in Deutschland kein zweites gibt.

Derweil ist im Kampf um den Marktplatz noch keine erfreuliche Verbesserung der Situation in Sicht.
Mit dem Marktplatz geht es voran
Der große Durchbruch in der Marktplatzfrage wurde erst auf einer Quartiersversammlung im berstend gefüllten großen Saal des Stadtteilzentrums im Okt. 2005 erzielt. Der sichtlich beeindruckte Oberbürgermeisters Dr. Dieter Salomon sicherte den Stop der Vermarktung des Baugrundstückes zu und versprach den Beginn der Bauarbeiten für die Gestaltung des Marktplatzes noch für das laufende Jahr.

Im März 2006 war endlich Baubeginn! Bis dahin galt es, noch etliche Hürden zu überwinden. Wegen eines damals befürchteten Defizits bei der Kommunalentwicklung GmbH wollte die Stadt jedoch den ganzen Platz in einer Sparvariante asphaltieren. Das stieß bei den BürgerInnen auf ein mittleres Entsetzen! Vaubans neuer Bürgerverein, der Stadtteilverein Vauban und der Arbeitskreis "Freier Marktplatz" wollten über Sponsoring eine bessere Gestaltung des Platzes erreichen.

Als ein erstes Ergebnis der Spendensammlung präsentiert werden konnte, war die Asphaltierung vom Tisch! Großzügige Spenden von Firmen und Bürgern für Pflaster, Bäume, Bänke und Brunnen ermöglichten eine ansprechende Gestaltung des Platzes zusammen mit dem von der Stadt bereitgestellten Finanzrahmen.

Im Entwurf gingen beide Seiten aufeinander zu und das heute zu betrachtende Planungsergebnis wurde im Konsens erzielt.

Gespendedete Bäume werden in einer gemeinsamen Aktion auf dem neuen Marktplatz gepflanzt.

Marktplatz und Stadtteilzentrum sind das Herz Vaubans
Am 17. März 2007 wurde der Marktplatz im Beisein zahlreicher Vaubanler und Gäste feierlich eröffnet. Die BürgerInnen umringten den Platz und nahmen in symbolisch in Besitz in Begleitung der Freigabe hunderter Luftballons.

Die Enthüllung des neuen Platzschildes wurde vorgenommen von Stephan Doblin (rechts), Bürgermeister Schwarz aus Endingen und OB Dieter Salomon (links). Der Sohn des Schriftstellers Alfred Döblin ist eigens aus Paris angereist, um der Zeremonie beizuwohnen.

Der Marktplatz in Vauban ist heute nicht mehr wegzudenken. Die BürgerInnen hatten recht, der Platz hat sich zum lebendigen Mittelpunkt entwickelt. Hier findet der wöchentliche Bauernmarkt statt, das jährliche Stadtteilfest, Flohmärkte, Sommerkino und viele weitere Veranstaltungen. Zusammen mit dem Stadtteilzentrum (Bürgerzentrum) ist der Marktplatz für viele eine Anlaufstelle, ein Ausgangspunkt für Führungen und Treffpunkt für gemeinsamen Freizeitspaß, wie Boule, Schattenboxen, oder Einradfahren.

Der Marktplatz Vauban ist ebenfalls ein gutes Beispiel dafür, wie Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung Stadtentwicklung bereichern und Planungsprozesse optimieren können.


Zur Geschichte des Marktplatzes gibt es im Stadtteilzentrum Vauban im Konferenzraum auch eine Fotoausstellung. Sie ist tagsüber kostenfrei zu sehen, soweit der Raum nicht gerade vermietet ist. Näheres ist im Belegungsplan zu erfahren.

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